Behandlungsmöglichkeiten:

1. Zyklusmonitoring und VZO (Verkehr zum Optimum) mit und ohne Hormonbehandlung

Wie bereits oben erwähnt, ist die einfachste Behandlungsmethode der Sterilitätstherapie eine Beobachtung des Zyklus mit ggf. einer Auslösung des Eisprungs. Sollte es aus hormoneller Sicht erforderlich sein, wird der Arzt den Zyklus durch die regelmäßige Injektion von Hormonpräparaten unterstützen. Bei dieser Methode kann es zur Entwicklung von mehr als einem Follikel kommen. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsschwangerschaften. Über dieses Risiko wird der Arzt Sie gesondert und detailliert aufklären.


2. Inseminationen

Anstelle des Verkehrs zum Optimum (VZO) kann, falls diese Behandlungsmethode bislang nicht ausreichend erfolgreich war, eine Insemination durchgeführt werden. Der Insemination geht in der Regel ebenfalls eine leichte hormonelle Stimulation und eine Auslösung des Eisprungs durch den Arzt, ähnlich wie beim VZO, voraus. Für diese Behandlungsmethode ist es erforderlich, dass Ihr Partner am Tag des Eisprungs (über den Sie der Arzt rechtzeitig informieren wird) eine Spermaprobe in unserer Klinik abgibt, welche dann im Labor aufgearbeitet wird. Diese Probe kann entweder zu Hause oder in einem diskreten Raum in unserer Praxis gewonnen werden. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die beweglichsten und besten Spermien im Labor angereichert werden können, die der Arzt anschliessend in einer hohen Konzentration mit Hilfe eines speziellen Katheters direkt in den Uterus (Gebärmutter) spritzt.

Bei allen Methoden wird zwölf Tage nach erfolgtem VZO oder Insemination eine Kontrolle des Schwangerschaftshormons bhCG (humanes choriogonadotropes Hormon) im Blut vorgenommen. Am Nachmittag nach der Blutabnahme können Sie diesen Wert telefonisch in unserer Praxis erfragen und wissen so bereits sehr schnell, ob Ihre Behandlung erfolgreich war.

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3. In vitro Fertilisation (IVF)

Die In Vitro Fertilisation (IVF) ist eine Methode der extrakorperalen Befruchtung, die angewendet wird, wenn die Ursache für die ungewollte Kinderlosigkeit hauptsächlich auf Seiten der Frau liegt (z.B. verschlossene Eileiter, hormonelle Dysregulationen, Endometriose, PCO). Voraussetzung für die Anwendung dieser Labormethode ist das Vorhandensein eines normalen Spermienbefundes des Mannes. Nach Gewinnung und Aufbereitung der Eizellen der Frau sowie der Spermien ihres Partners, werden beide in einem speziell entwickelten Nährmedium für etwa 20 Stunden zusammengesetzt. In dieser Zeit kommt es zur Befruchtung und im Laufe der weiteren Kultivierung bis zum Tag 2 oder 3 zur Entwicklung und Teilung der Embryonen bis ins 8- Zellstadium. Diese werden dann in die Gebärmutter zurückgesetzt (Embryotransfer).




Menschlicher Embryo im 4 Zell – Stadium (Tag 2)
Quelle: Yalcin Yavas, Florida, USA


4. Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Eine weitere Methode der künstlichen Befruchtung stellt die Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) dar. Diese Behandlung ist geeignet für Paare, deren Kinderlosigkeit auf die Unfruchtbarkeit oder die eingeschränkte Zeugungsfähigkeit des Mannes zurückzuführen ist oder die bereits eine erfolglose IVF – Behandlung absolviert haben, bei der keine Befruchtung der Eizelle eintrat. Mit Hilfe eines Mikromanipulators werden hier einzelne Spermien direkt in die Eizelle der Partnerin injiziert. Es ist so möglich, Eizellen zu befruchten, die ansonsten aufgrund der mangelhaften Spermienmenge oder –beweglichkeit nicht befruchtet werden könnten. Der weitere Ablauf der Entwicklung des Embryos bis hin zur Rücksetzung in die Gebärmutter verläuft wie bei der IVF (s.o.)




Menschliche Eizelle während einer ICSI
Quelle: Thomas Elliot, Atlanta, Georgia


5. Assisted Hatching

Die Embryonen sind von einer Hülle, der sog. Zona pellucida, umgeben. Im Laufe der normalen Embryonalentwicklung schlüpft der Embryo aus dieser Hülle heraus, um sich in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Eine der Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit kann darin bestehen, dass dieser Schlüpfvorgang gestört ist, weil z. B. durch erhöhtes mütterliches Alter oder eine vorangegangene Kryokonservierung die Zona verhärtet ist. Der natürliche Schlüpfvorgang kann durch die Anwendung des assisted hatching (englisch: anritzen, schlitzen) unterstützt werden. Man kann mit verschiedenen Methoden (enzymatisch, mechanisch oder durch einen Laser) die Embryohülle anritzen um so das Schlüpfen des Embryos zu unterstützen.


6. Heterologe Insemination

Sollte sich trotz aller Bemühungen der assistierten Reproduktionsmedizin, insbesondere nach ICSI und TESE/MESA, bei einem Paar der Kinderwunsch noch nicht erfüllt haben, besteht die Möglichkeit, auf dem Wege einer Fremdsamenspende eine Schwangerschaft herbeizuführen. Hierfür arbeitet die PKS mit verschiedenen Samenbänken zusammen und verfügt auch über ein Angebot an eigenem Spendersamen. Diese Behandlungsmethode ist mit einer Reihe juristischer Besonderheiten verbunden und setzt ein gründliches Aufklärungsgespräch durch den behandelnden Arzt bzw. Biologen voraus. Gemeinsam mit dem Paar werden wir einen in medizinischer, ethischer und phänotypischer Hinsicht passenden Spender auswählen. Die Spermien werden zum Zeitpunkt des Eisprungs der Frau aufgetaut, aufbereitet und in die Gebärmutter inseminiert.


7. TESE/MESA

Die testikuläre Spermienextraktion (TESE) wird angewendet, wenn sich im Ejakulat des Mannes keine Spermien befinden, die für eine ICSI nutzbar wären. In diesem Falle kann der Urologe in einer kleinen, ambulant durchführbaren Operation Gewebe aus dem Hoden gewinnen, welches anschließend im IVF – Labor untersucht und aufbereitet wird. Die isolierten Spermien werden tiefgefroren und für eine spätere ICSI aufbewahrt. Bei Durchführung einer MESA werden Spermien aus dem Nebenhoden isoliert und ebenfalls für eine spätere ICSI kryokonserviert.


8. Kryokonservierung

Kryokonservierung von Spermien und Hodenbiopsien

In besonderen Fällen kann es notwendig sein, Spermien für eine spätere künstliche Befruchtung zu konservieren. Hierfür bieten wir die Kryokonservierung von Spermien aus dem Ejakulat oder aus testikulären Hodenbiopsien an. Dies kann z. B. erforderlich sein bei Patienten, die aufgrund früherer Erkrankungen der Geschlechtsorgane oder genetisch bedingten Krankheiten über keine oder nicht ausreichend Spermien im normalen Ejakulat verfügen. Mit Hilfe einer unkomplizierten Operation können Gewebsstücke aus dem Hoden oder Flüssigkeit aus dem Nebenhoden gewonnnen werden. Aus diesem Material werden in unserem Labor einzelne Spermien isoliert und diese bei –180°C in flüssigem Stickstoff eingefroren.
Ein weiteres Anwendungsgebiet dieser Methode ist die Lagerung normaler Ejakulate als Zeugungsreserve. Dies betrifft Männer, die aufgrund einer Krebserkrankung vor einer Chemo- oder Radiotherapie stehen. Da diese Therapieformen möglicherweise eine Schädigung der Gameten (Samenzellen) zur Folge haben können, ist es ratsam, vor Therapiebeginn eine Kryokonservierung von Sperma vorzunehmen. Hierfür können Sie in unserer Praxis kurzfristig Termine erhalten. Die entstehenden Kosten werden oftmals von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragen und müssen dann privat übernommen werden. Bitte erfragen Sie vor der Kryokonservierung bei unserem Personal die anfallenden Kosten.


Kryokonservierung von Eizellen im 2 - Vorkern – Stadium

Nach erfolgter IVF - oder ICSI Therapie ist es möglich, überzählige befruchtete Eizellen einzufrieren und diese für eine spätere Zurücksetzung zu konservieren. Leider ist es aufgrund des Embryonenschutzgesetzes in Deutschland nicht erlaubt (außer in bestimmten Notsituationen), in Teilung befindliche Embryonen zu kryokonservieren. Dies muss bereits im Stadium der Entstehung von männlichem und weiblichem Vorkern geschehen. Der Vorteil des Zurücklegens kryokonservierter Eizellen besteht darin, dass bei einer Zurückführung der aufgetauten Eizellen keine oder nur eine weitaus mildere hormonelle Stimulation durchgeführt werden muss als im ersten Zyklus. Dadurch wird Ihr Körper weniger belastet und die Therapie gestaltet sich insgesamt kostengünstiger. Die Kosten für die Kryokonservierung werden leider von den meisten Krankenkassen nicht getragen und muss daher privat finanziert werden.

 




Ovarialgewebe

Unter bestimmten Umständen kann es erforderlich sein, Gewebe aus den Eierstöcken zu entnehmen und dieses für eine spätere Behandlung aufzubewahren. Dies kann der Fall sein z.B. bei Krebserkrankungen, die eine hochdosierte Chemo- oder Radiotherapie nach sich ziehen. Durch diese Behandlung werden die biologische Aktivität der Eierstöcke sowie die Qualität der darin befindlichen sog. Primordialfollikel geschädigt. Um dem vorzubeugen, kann man in einer unkomplizierten z.B. laparoskopischen Operation Gewebe entnehmen um es später, nach erfolgter Heilung, zurück zu transplantieren. Ein Erhalt der weiblichen Fertilität ist somit - insbesondere für sehr junge Patientinnen - möglich. Leider sind die Methoden der Zurückverpflanzung und nachfolgenden erfolgreichen Follikelstimulation gegenwärtig noch in der Entwicklung. Da jedoch auf diesem Gebiet eine intensive Forschungsarbeit betrieben wird, ist die Einführung einer erfolgreichen Technik in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich.


Weitere Informationen finden Sie unter
www.kinderwunschzentrum-koeln.de






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